Geschichte der Stadt Mannheim

Aktualisiert: Feb 15


Die Stadt Mannheim wurde 766 im Lorscher Codex zum ersten Mal erwähnt. Die kleine Besitzbasis, die sich Kloster Lorsch durch Schenkungen in Mannheim sichern konnte, lässt darauf schließen, dass Mannheim zum Reichsbesitz gehörte. Dem entspricht, dass auf der Burg Rheinhausen, die Herren von Husen, ihren Sitz hatten. Von ihnen übernahm Markward v. Annweiler die Burg und damit vermutlich auch die Siedlung.


Mit der Übergabe von Reichsbesitz an den Pfalzgrafen dürfte Mannheim pfälzisch geworden sein. Anstelle der Burg Rheinhausen, wurde die Burg Eichelsheim, im heutigen Stadtteil Lindenhof gelegen, errichtet. Mit den Schenkungen von Drutbert und Druthild an das Kloster Lorsch wird das Dorf Mannheim erstmals erwähnt. Drutbert schenkt dem Kloster eine Hofreite, Drutlind zwei Joch Ackerland.

Im folgenden Jahr erhält das Kloster von Berthrud ihren gesamten Besitz, ebenso von Bubo und Willswind, noch von Folcleich eine halbe Hofreite. Sonst werden bis zum Ende der Aufzeichnungen nur vereinzelt Äcker verschenkt. Das dürfte darauf hindeuten, dass das Dorf Mannheim im 8. Jahrhundert nicht - wie etwa Handschuhsheim - ein Dorf mit großen Eigenbesitzanteilen, sondern eher mit großen Anteilen der Herrschaft, also des Königstums war.


Die Stadtteile

Rund um die Stadt Mannheim liegen auf dem Hochufer der Flüsse Rhein und Neckar Siedlungsplätze, die zum groessten Teil bereits in der Jungsteinzeit bewohnt waren.

Auf die Zeit der fränk. Besiedlung des 6.-7. Jahrhunderts gehen die -heim- Orte Seckenheim, Feudenheim und Straßenheim (sowie Dornheim, Kloppenheim und Hermsheim) zurück, während Neckarau an der Mündung des Neckars in den Rhein auf einen Königshof in der Nachfolge eines röm. Brückenkopfes zurückgehen dürfte. Wallstadt ist nach den archäologischen Grabungen der vergangenen Jahre als Zentrum der latène-zeitlichen und neckarsuebischen Siedlung bekannt.


Die Gründung Mannheims

Die Gründung Mannheims vollzog sich in zwei Stufen: Nach der Grundsteinlegung für die Zitadelle Friedrichsburg im Jahr 1606 verlieh Kurfürst Friedrich IV. der Bürgerstadt Mannheim im folgenden Jahr ihre Gründungsprivilegien. Die Zitadelle war mit ihren Festungsanlagen von der Stadt getrennt. Die Stadt hatte einen sternförmigen Grundriss, während die Bürgerstadt auf einem schachbrettartigen Grundriss errichtet wurde. Dieser Grundriss wurde in der Folgezeit für Mannheim zum Erkennungszeichen.

Stern und Rechteck kommen beide aus den Rationalismus der Renaissance, der die Vernunft und die geometrische Planung zur Leitlinie erhob. Mannheim steht damit in einer Reihe mit berühmten Planstädten der frühen Neuzeit. Beide Grundrisssysteme sind für die Spätrenaissance nicht voellig neu, einzigartig ist jedoch die Verbindung in einer neu errichteten Anlage. Den Plan für die Festung lieferte der Niederländer Janson, der in pfälzischen Diensten stand. Die Bauausführung lag bei David Wormser, die Aufsicht über den Festungsbau bei dem kurfürstlichen Obermarschll Graf Otto zu Solms.


Mannheim die Quadratenstadt

Nach den Zerstörungen des 30jährigen Krieges wurde die Stadt Mannheim, um den Wiederaufbau zu fördern, erneut mit Sonderrechten ausgestattet, die in der weiteren Geschichte größere Bedeutung erlangten als die Gründungsprivilegien. Die Zitadelle wurde nach den Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekriegs nicht wieder aufgebaut. Ein Teil des Areals wurde bereits vor dem Bau des Schlosses der Bürgerstadt zugeschlagen und in deren Grundriss mit einbezogen.Die Stadt Mannheim erlebte unter der Regierungszeit des Kurfürsten Carl Theodor ihre Blütezeit als Residenz des kurfürstlichen Hofes.

Die typische Quadratestruktur der Mannheimer Innenstadt gilt bereits im 17. Jahrhundert als Markenzeichen der Stadt. Im 19. Jahrhundert wird immer wieder in Bildern aus der Vogelperspektive dargestellt. Die Stadt ist weiterhin von den sternförmigen Festungswerken umgeben, der Bereich der Zitadelle bot Platz sowohl für die Erweiterung der Bürgerstadt als auch für den Neubau des Schlosses.

Der Umzug des Hofes mit dem Neubau eines Schlosses im Bereich der Zitadelle war mit langer Hand vorbereitet. 1710 bereits befahl J. Wilhelm, die Rasterstruktur der Stadt weiter zum künftigen Bauplatz des Schlosses hin zu führen, und somit die Festungswerke, die bisher die Stadt und die Zitadelle trennten, niederzulegen. 1714, als die Bebauung allzu schleppend verlief, wurden die Bauplätze umsonst vergeben. An der Nahtstelle zwischen Stadt und Zitadelle, zwischen Rhein- und Heidelberger Tor, entstand eine breite Straße, die "Planken", Paradeplatz und das spätere Kaufhausquadrat in N1 waren als Zentrum der künftigen Residenzstadt vorgesehen.


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